Ich habe eine digitale Todsünde begangen.

Ich habe über ein Jahr lang keinen Artikel veröffentlicht. Komme ich jetzt in die Bloggerhölle?

Ich weiß es nicht! Vielleicht zählt ja, dass ich an anderen Dingen gearbeitet und geschrieben habe. Ich habe laufend Bücher gelesen und in den Buchtipps ergänzt. Ich habe neue Ideen geboren, die mittlerweile zu einer realen, böschungsartigen Belagerung meines Homeoffice angewachsen sind. Ich habe auf meinem geliebten Mountainbike eine Reise angetreten, deren Erlebnisse ich nicht missen möchte (Darüber gibt’s in einem folgenden Artikel mehr, versprochen).

Doch für diesen sündigen Schritt – für 1 Jahr ohne Artikel –  gibt es keine Entschuldigungen. Nur so manche Erkenntnis: 

Ich hatte nichts zu sagen

Egal, worum es sich handelte, ich hatte einfach nicht das Gefühl, etwas dazu sagen zu können, das wichtig genug erscheint mit der Welt zu teilen. Das mag für den einen oder die andere resigniert klingen, ist es aber gar nicht: Vielmehr habe ich gelernt, meine Gedanken auch allein, ohne Publikum zu Ende spinnen zu dürfen. Kein lautes Gebrüll, nur stilles Grübeln.

Alle 7 Jahre kommt es zur Häutung,

behaupten manche Quellen. Ob etwas an dem Mythos dran ist, weiß ich nicht sicher. Tatsache ist, dass ich nun seit 7 Jahren selbstständig bin, seit 7 Jahren in einer Beziehung, seit 7 Jahren (zurück) am selben Ort, … Vielleicht schreit all das nach Zäsur – nach einer Häutung und Neu-Erfindung?!

Es ist nichts passiert!

Ob man es glaubt oder nicht – trotz meiner digitalen Todsünde hat kein Blitz eingeschlagen, keine Flut hat den Laptop überschwemmt und es hat sich auch keine Ameisenkolonie in der Tastatur eingenistet. Der Digitalgott dürfte wohl ob meiner digitalen Entgleisung ziemlich gnädig sein …

So geht's (vermutlich) weiter: Die digitale Todsünde wird wohl die Ausnahme bleiben. Meine nächsten Artikel sind schon im Planung oder zumindest im Kopf, was oft dasselbe ist. Allerdings schreibe ich nun wieder viel lieber und  glaube noch fester denn je an das eine: Schreibe nur, wenn du was zu sagen hast. 

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unsplash.com, Alina Sophia