Lehren = Lernen

Seit einigen Wochen darf ich als Lektorin an einer Fachhochschule den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis bilden. Warum ich dabei mindestens genauso viel lerne wie meine StudentInnen und warum ich diese Erfahrung nicht missen möchte, werde ich dir verraten.

Präzise ausdrücken

Um das eigene Wissen weitergeben zu können, muss man es zuerst einmal in Worte fassen. Klingt leichter, als es ist. Durch diese Verbalisierung muss ich mich jedoch präzise ausdrücken und damit auch mein eigenes Tun und Sprechen infrage stellen. So manch eine Selbstverständlichkeit wird dann zur bewussten Überlegung. Und mal ehrlich, ein bisschen weniger Fachchinesisch hat noch niemandem geschadet.

Feedback einmal anders

Gerade als Selbstständige/r ist Feedback selten. Ich bekomme es im besten Fall von Kunden ausgesprochen oder das Ergebnis des Auftrags spricht für sich. Umso bereichernder ist die unmittelbare Rückmeldung durch Studierende, was sich in Fragen, Begeisterung, Verwirrung, Bestärkung und einigem dazwischen widerspiegeln kann. Voraussetzung für diese Art von Feedback ist natürlich, selbst dafür bereit zu sein und auch aktiv danach zu fragen.

Wissen teilen, heißt Wissen vermehren – in jede Richtung 

Mit jedem Teilchen an Wissen, das ich  weitergebe, bauen die Lernenden ihr eigenes Puzzle. Darauf muss ich wiederum eingehen, lenken und fördern.  Etwas, das mich selbst definitiv fordert. Ich lerne beim Lehren, lerne genauso zuhören wie die Stimme zu heben, lernen Kritik auszuteilen und einzustecken, lerne zu bewerten und transparent zu entscheiden.

So eine Learn-Learn-Situation ist manchmal noch viel wertvoller als eine Win-Win-Situation.