Münchner Marken-Missgeschicke 

Wenn das Geschäft beim Geschäft gemacht wird und Mitarbeiter wieder Nummern werden … 

Vor kurzem war ich übers Wochenende in München. Wirklich eine sympathische Stadt mit urigen Menschen – zumindest die, die ich kennenlernen durfte. Aber darum geht’s nicht. Besonders unterhaltsam fand ich die hohe Dichte an Marken-Missgeschicken in der deutschen Großstadt. Jetzt fragst du dich vielleicht: „Was sind denn Marken-Missgeschicke?“ Unter Marken-Missgeschick verstehe ich eine Situation oder Aktion einer Marke oder eines Unternehmens, das vorhandenes Potenzial in seiner Unternehmenskommunikation auf unterhaltsame Art und Weise nicht oder falsch nutzt.

Hier meine Top-3 Münchner Marken-Missgeschicke aus der Gastro-Szene: 

1. Das Geschäft beim Geschäft 

Willkommen in einem Münchner Traditionsgasthof – Urige Einrichtung, traditionelle, regionale Küche, insgesamt nettes Ambiente. Nach einigen Stunden köstlichen Schmausens statte ich – wie wohl viele der Gäste – der Toilette einen Besuch ab. Während ich der menschlichen Notwendigkeit nachgehe, erblicke ich, angeschlagen auf der Innenseite der Toilettentür, die aktuelle Stellenausschreibung. Gesucht: Serviererinnen. Während frau also ihr Geschäft verrichtet, kann sie sich in Ruhe überlegen, ob sie mit diesem Arbeitgeber ebenfalls ins Geschäft kommen möchte. Herrlich! Auf der Website des Gasthofes war übrigens zeitgleich KEIN Stellenangebot zu finden. Vielleicht ein neuer Recruiting-Trend, der bald ins Ösiland überschwappt?!

Leider hatte ich auf der Toilette weder Kamera (noch Bewerbungsunterlagen) zur Hand. Deshalb gibt’s nur ein Foto von außen.
Leider hatte ich auf der Toilette weder Kamera (noch Bewerbungsunterlagen) zur Hand. Deshalb gibt’s nur ein Foto von außen.

2. Danke, Service 40

Zugegeben – ganz einwandfrei war der Service in diesem Lokal wirklich nicht. Würde man sich nun beschweren wollen, wäre dies auch ganz einfach möglich. „Service 40“ war nämlich Schuld an dem Schlamassel. Das verrät einem der Kasssenbon, der den Kellner des Abends liebevoll als Service 40 ausweist. Die Wertschätzung der Mitarbeiter und die persönliche Beziehung zum Gast – Sie lebe hoch!!! 

Es bleibt die Henne/Ei-Frage: Was war zuerst: Schlechter Service oder mangelnde Wertschätzung?
Es bleibt die Henne/Ei-Frage: Was war zuerst: Schlechter Service oder mangelnde Wertschätzung?

3. „Ihre Meinung ist uns (definitiv nicht) wichtig.“ 

Es gibt zwei Arten von Kundenzufriedenheit: Die erwiesene und die vermutete. Wenn man sich jetzt ein bisschen von der erwiesenen fürchtet, macht man es einfach diesem Fastfood-Riese nach!

Die McDonalds-Methode: Man reißt einfach die Einwurfbox an der Feedbacktafel runter und – schwups – schon gibt’s keine Beschwerden mehr.

Fazit: Es ist von einer überdurchschnittlich hohen Kundenzufriedenheit auszugehen! 

 

Vielleicht fahr' ich ja irgendwann wieder nach München – Ich bleib jedenfalls diesen Trends auf der Spur. ;) 




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