"Leadership" oder was man heute unter Führung versteht

Copyright: www.123rf.com/profile_markphotography 123RF Stock Photo
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Am Abend des 3. Septembers fanden in Waidhofen an der Ybbs die 1. Waidhofner Leadership-Gespräche statt. 

Eine Veranstaltung, die sich über genauso viele Gäste wie Podiumsteilnehmer freuen durfte, was jedoch ob der merkwürdig kargen Bewerbung kaum verwunderlich war. Ich war jedenfalls unter den Gästen und durfte so Mag. Kurt König, HR-Director bei Umdasch, Mag. Barbara Schaumüller, HR bei  BENE, Astrid Haltmeyer, Trainerin und Leiterin Instituts AHA Erlebnisse, Priv. Dozent Dr. Peter Heimerl, Autor des Buches „Führen statt R.A.B.I.A.T. handeln“, Vizebgm. Maria Kogler sowie Bgm. und Landtagsabgeordneten Anton Kasser über Leadership, Führung und Menschen im Allgemeinen diskutieren hören. Moderiert wurde der Abend vom Veranstalter Ing. Hubert Riener, M.A.

 

Kurzweilig, ob des kleinen Rahmens auch sehr persönlich und aus sehr unterschiedlichen Perspektiven schilderten die gewählten, gemachten und erarbeiteten Führungskräfte ihre persönliche Definition von „Leadership“ und/oder Führung. Dass „Führung“ nichts Schlechtes sei und 70% der Menschen „geführt“ werden möchte, bekräftigte König. Seit 25 Jahren im Bereich HR tätig erlebte er außerdem den Generationenwandel der Babyboomer bis hin zur Generation Y live mit: „Anfangs hab ich nicht verstanden, warum der Neue schon wieder mit seiner Frau beim Gynäkologen ist und hab den Kopf geschüttelt. Jetzt steh ich selber da und sag: „Na, wie geht’s denn dem kleinen Hosenscheisser heute?!?“.

 

Haltmeyers Statement, dass Führung auch mit Familie vieles gemeinsam hätte und Mitarbeiter Gemeinsamkeiten mit Kindern hätten, führte zu kontroversen Stellungnahmen im Podium. Ein Gedanke, den man als Führungskraft vielleicht einfach nicht laut aussprechen darf?

 

Wie verwandt Familie und Organisationen sind, legte Kogler dar. Als Vizebürgermeisterin verantwortet sie auch viele Aktionen, die auf Freiwilligkeit und Nächstenliebe basieren: „In dem Bereich geht nichts ohne ein <Danke>“.

 

Ein Danke genügt jedoch beim Führen in Krisenzeiten nicht mehr, weiß Bene HR-Mitarbeiterin Schausmüller. In Zeiten der Krise, wie Sie der Büromöbelhersteller derzeit zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit durchmacht, ist die Skepsis unter den Mitarbeitern der Größte Gegner. „Irgendwann glaubt dir einfach niemand mehr, egal wie gut du es meinst“, weiß Schausmüller aus Erfahrung zu berichten.

 

Dass in Zeiten der Krise die Führungsfehler schwerer wiegen als in Zeiten des Aufstiegs, bekräftigt Heimerl. In seinem Buch „Führen statt R.A.B.I.A.T. handeln“ beleuchtet der Universitätsprofessor die (falschen) Reaktionen von Führungskräften beim Eintreffen der Krise im Jahr 2011. Welche Fehler das waren und wie man sie vermeidet, ist im Buch nachzulesen. Noch spannender war es jedoch, Heimerl bei seinen praktischen Anleitungen zum Vorleben von Führungsleitbildern zu lauschen. Wundern Sie sich nicht, wenn bald Manager mit Farbkübeln den Vorstandsparkplatz zum Kundenparkplatz umlackieren.

 

Die Frage, wie man die Bevölkerung auf Krisen und Mängel vorbereite, musste Landtagsabgeordneter Kasser beantworten. „Es ist nicht lustig, aber es ist wohl an der Zeit, dass jeder wieder vermehrt Verantwortung für sich selbst und für das Gelingen seiner Pläne übernimmt“.

Verantwortung übernehmen – Verantwortung übergeben – ein Thema, das bei allem Leadership etwas kurz kam.

 

Nichtsdestotrotz konnte ich einige markante Aussagen mitnehmen, die Ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

  • Führen mit Herz, Hirn und Hand – ein Leitsatz von Vizebgm. Maria Kogler, der sich in allem Tun, Führen und Schaffen nur positiv auswirken kann.
  • Danke sagen. Ob Freiwilligenarbeit oder 9-5-Job – Schaden kann’s nicht!
  • Mehr feiern. Feiern verbindet – in guten Zeiten für die schlechten Zeiten.
  • Buffetschlacht hin oder her – das A und O des Networkings muss lauten: Kuchen nur in die linke Hand nehmen, sodass die Rechte zum Grüßen, Verabschieden (und bei Bedarf zum Salutieren) frei bleibt. 

 



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